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LE-UV-Druck

Seit etwa vier Jahren werden viele neue Druckmaschinen in Deutschland in der LE-UV-Variante angeschafft, und es wird offensiv damit geworben, dass man nun auch Naturpapiere mit exzellenter Brillanz bedrucken kann. „Green-Printing mit LED“ lautet der Slogan. Das klingt ganz nach Natur und Ökologie und ist doch das genaue Gegenteil!

In der UV-Technologie werden spezielle Druckfarben mit sogenannten Fotoinitiatoren verwendet, damit sie unter UV-Strahlung in der Trockeneinheit der Druckmaschinen sofort reagieren können und härten. Es findet eine Polymerisation (Erzeugung eines Megamoleküls) der Farbmoleküle statt. Schädliche Nebenprodukte und die in der Trockeneinheit entstehende Hitze müssen aus dem Drucksaal abgesaugt werden.
Die Farben sind vor der Aushärtung extrem gesundheitsschädlich. Alle, die damit in Kontakt kommen, müssen laut Berufsgenossenschaft Schutzkleidung mit Handschuhen und Brille tragen. Farbabfälle müssen als Sondermüll entsorgt werden.

Wenn aus irgendeinem Grund die UV-Farben und -Lacke nicht wie vorgesehen während des Druckprozesses aushärten, müssen die damit kontaminierten Papierbogen als Sondermüll gekennzeichnet und entsorgt werden.
Altpapier, das mit strahlungsgehärteten Farben bedruckt wurde, wird statt zum wiederverwendbaren Rohstoff zu Sondermüll. Laut der Internationalen Forschungsgemeinschaft Deinking-Technik (INGEDE) lassen sich diese Papiere nicht deinken. Sie erschweren zudem das Recycling der herkömmlich bedruckten Papiere erheblich, solange es keine getrennte Sammlung gibt. Die strahlungsgehärtete Farbe ist im Grunde ein Kunststoffmegamolekül, vergleichbar mit Plastik, hat also im Altpapier nichts zu suchen. Die Kreislaufwirtschaftskriterien für gesammelte Altpapiere müssten somit neu formuliert werden. Aber welcher Endverbraucher wüsste denn, mit welcher Farbe das Papier bedruckt wurde, das er in den Altpapiercontainer gibt?

Seit einigen Jahren ist die Problematik der immensen Verseuchung der Natur, der Meere, der darin lebenden Tiere und - am Ende der Nahrungskette – auch des Menschen durch Plastik ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Ein Hohn, dass dessen ungeachtet die grafische Industrie mit ihrem verantwortungslosen „Green-Printing mit LED“-Marketing nun dazu beiträgt - allein eines lächerlichen ästhetischen Effekts willen - Tonnen über Tonnen des natürlichen Rohstoffs Papier in Plastikmüll zu verwandeln, der auf unbestimmte Zeit die Umwelt noch mehr belasten wird.


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